the beginning of a life

Wie war das, als du noch klein warst? Die Welt so gross, so weit und unbekannt?

Am Anfang standest du da, auf deinen wackligen Beinen,die dir doch viel zu lang vor kamen und betrachtest diese komischen Tiere, die dich anschauten und dir einen Namen gaben. Du hast von all dem nichts verstanden und standest nur hilfesuchend bei deiner Mutter. Naxan, so war dein Name, so wunderschön wie du und etwas ganz besonderes.

Natürlich war dir das vollkommen egal, du wolltest nur so schnell wie möglich deine Welt entdecken, wolltest gross werden und all die vielen Abenteuer erleben von denen deine Mutter dir erzählte. Du wolltest die unendlichen Weiten sehen, Schmetterlinge jagen und so schnell rennen wie der Wind. Natürlich ging nicht alles auf einmal, aber du warst nun einmal ein wenig stürmisch. Immer beim Versuch etwas neues zu probieren bist du ziemlich oft auf deiner Nase gelandet. Du bist gegen deine Mutter gerannt und gingst den andern Pferden in den Boxen ziemlich auf die Nerven. Trotzdem konnte dir doch keiner böse sein, wenn du in deiner Welt gegen unsichtbare Gefahren kämpfen musstest war es unmöglich dich auszuschimpfen und wenn du wieder einmal auf deinem Bauch gelandet bist schüttelten Bloss alle die Köpfe. Du wurdest oft ziemlich müde,immerhin hattest du grosse Taten zu vollbringen und so hast du dich abends ganz müde an deine Mama gelehnt und von den nächsten Abenteuern geträumt.

Ja, deine ersten Tage waren anstrengend, aber da kanntest du die Welt ausserhalb des Stalls noch nicht, weshalb du an dem Tag,an dem es zum ersten Mal auf die Weide gehen sollte einerseits wie ein kleiner Frosch in deiner Box umher sprangst aber andererseits auch ganz dicht bei deiner Mutter bleiben wolltest. Diese allerdings schob dich bloss unsanft vorwärts und schubste dich richtung Ausgang. „Bloss nicht zu weit weg“, hast du dir bestimmt gedacht, „wer weiss welches Monster sich unter dem nächsten Stein versteckt“. Doch schon nach ein paar Minuten warst du nicht mehr zu halten, du ranntest wie der Blitz mit dem Wind um die Fette und zeigtest allen wie schön und schnell du laufen konntest. Dass du ein paar Male gestolpert bist hat niemand gemerkt und selbst wenn, so warst du in solch einem Abenteuer, dass du es nicht mitbekommen konntest. Deine Mutter war so stolz auf dich. Sie liebte dich von ganzem Herzen und zeigte dir alles was du wissen musst. Unter anderem auch, dass Gras nicht nur zum Pflücken sondern auch zum Essen da ist und das man nicht in die Nähe von Stromzäunen gehen sollte, geschweige denn sie berühren.

Auch lehrte sie dich das Vertrauen in diese seltsamen Wesen, die dich immer „Naxan“ riefen. Sie waren nett, auch wenn sie manchmal deine Beine anhoben oder dir so ein komisches Ding um den Kopf legten womit du dann nicht mehr dahin laufen wolltest wo du willst. Seltsam waren sie, aber nett und so wolltest du auch Mal mit einem von ihnen spielen und stiegst an einem hoch. Dafür schubste er dich und schrie dich an. Beleidigt bist du davon gelaufen und das komische Wesen hat nur gelacht und kam auf dich zu um dich zu streicheln.. Es war männlich und war ein Mensch hat dir deine Mutter erklärt, doch für dich war er jetzt einfach blöd.

Es folgten wunderschöne Tage und Wochen in denen deine Welt sich nur um dich drehte, doch dann kam der Tag, der in jedem Leben einmal kommen sollte, du musstest deine Mutter verlassen und solltest mit anderen Jährlingen auf eine Wiese kommen, auf der du gross werden solltest und später einmal verkauft.

Du hast dich ganz schön gesträubt, wusstest du doch garnicht warum deine Mama jetzt nicht mitkommen konnte. Zwei Männer waren nötig um dich auch die Wiese zu allen anderen zu bringen.

Dort angekommen wolltest du erstmal nichts von ihnen wissen, du wolltest nur zu deiner Mutter zurück, doch das ging nun einmal nicht. Ein älterer Hengst machte dir das auch ganz schnell klar. Du hattest hier bei der Herde zu sein und warst jetzt nicht mehr der, um den sich alle bemühen. Was für ein Schock für dich!

So kam es jedenfalls, dass du ein paar Freunde fandest und schnell lerntest, dass es in einer Herde eine Rangordnung gab. Du wolltest aber nie kämpfen, also gingst du lieber dem Ärger aus dem Weg und musstest eben später fressen oder dich jetzt nicht schubbern.

So wurdest du älter und älter, eure Gruppe rannte immernoch und dein Leben schien so vollkommen wie man es sich nur wünschen konnte.

Bis du 3 Jahre alt wurdest.

Für die Jährlingsherde warst du jetzt zu alt und auch war kein Platz mehr für dich auf dem Zuchthof, also entweder würde sich jetzt ein Käufer für dich entscheiden oder du solltest zur Auktion kommen....

28.1.10 18:28

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